Rückblick | Ein Jahr in Essen

Hallo ihr Lieben,

Ich bin jetzt schon über ein Jahr in Essen, und nun mal ein Wort zur Stadt, zum Leben und wie meine Erwartungen und Vorurteile erfüllt bzw. nicht erfüllt wurden.

VORURTEILE 

Als ich mich das erste Mal so richtig damit beschäftigte, dass ich am liebsten Fotografie und am besten an der Folkwang studieren möchte, verwandelte sich das Gefühl des schwarzen Lochs in das greifbare Bundesland NRW. Denn NRW und die umliegenden Bundesländer (wie Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) waren bis dahin ein schwarzes Loch für mich, „irgendwas da im Westen“. Allerdings kannte ich bis dahin auch nur die drei größten Städte Deutschlands: Berlin (Heimat), Hamburg und München. Essen kannte ich außerdem nur von früher vom Deutschlandreise spielen und es lag immer ganz nah an Dortmund, Düsseldorf und noch ein paar anderen kleineren Städten, mit deren Namen ich nichts anzufangen wusste. Doch plötzlich nahm es eine Form an, es wurde eine Uni in meinem Bild über NRW hinzugefügt. Dann fuhr ich im letzten Jahr, im April, das erste Mal nach Essen und (zumindest) aus NRW wurde plötzlich ein richtiges Bundesland. Aus Erzählungen war es trotzdem noch der grauen, hässliche und industrielle Ruhrpott, bis ich dann ein ganzes Wochenende dort verbracht hatte und mich selbst vom Gegenteil überzeugt hatte.

Blick vom Folkwang Museum




Am Rathaus Essen
Philharmonie 
Irgendwo in Rüttenscheid 
Café in Rüttenscheid


Haustür an der Haltestelle "Zollverein"

ALLGEMEIN

Essen hat eine halbe Millionen Einwohner und ist von der Fläche 1/4 von Berlin. So „klein“ fühlt sich diese Großstadt auch an, auch wenn sie nicht wirklich klein ist. 
In Essen gibt es natürlich nicht nur die Folkwang Universität der Künste, sondern auch die riesige Universität Duisburg-Essen mit 45.000 Studierenden. 

RESTAURANTS

Da ich leidenschaftlich gerne esse, habe ich auch ein paar Restaurants ausprobiert und über die meisten auch Empfehlungen ausgeschrieben. Hier eine kleine Liste, die ich empfehle:
Chat Noir
wechselnde Speisen, ausgefallene Gerichte, Pasta, Sandwiches, Kneipen Gefühl, guter Wein, sehr gutes Preisleistungsverhältnis, freundliche Bedienung Rüttenscheid
spanische Tapas, Pasta, Burger, Cocktails + happy hour, große Auswahl an Getränken, Café Gefühl, gute Preise, freundliche Bedienung Innenstadt
Brunch Buffet, Burger, diverse Kartoffelgerichte, große Auswahl an Getränken, Café Gefühl, gute Preise, freundliche Bedienung Innenstadt
Sushi, sehr gutes Preisleistungsverhältnis, freundliche Bedienung Innenstadt
asiatische Küche, gute Auswahl an Getränken, gute Preise, freundliche Bedienung Limbacher Platz
Eis, Kaffee, Kuchen, Waffeln, gutes Preisleistungsverhältnis Grüne Mitte
talienische Küche, freundliche Köche, viele schöne Sitzmöglichkeiten, gutes Preisleistungsverhältnis Innenstadt
indische Küche, große Auswahl an Getränken Rüttenscheid
Dim-Sum, asiatische Küche, freundliche Bedienung, gute Preise Südviertel (am Hauptbahnhof)


SEHENSWÜRDIGKEITEN + UNTERNEHMUNGEN

Die größte und bekannteste Sehenswürdigkeit ist die Zeche Zollverein. Aber es gibt noch so viel mehr zu entdecken, einiges davon habe ich mir ein oder mehrere Male schon angesehen und erkundet, anderes habe ich noch vor mir.

Die Zeche war bis Mitte der 1980er Jahre ein aktives Steinkohlebergwerk und ist heute ein Architektur- und Industriedenkmal. Es gehört zur Europäischen Route der Industriekultur und ist Standort für verschiedene Kultureinrichtungen. Von diesen Einrichtungen habe ich bis jetzt das Ruhr Museum, die Aussichtsplattform und das Sanaa Gebäude besucht – und das Beste ist, dass der gesamte Fachbereich Gestaltung, und damit auch wir Fotografen, mit Beginn dieses Wintersemesters in einen eigenen Neubau auf dem Gelände der Zeche Zollverein gezogen ist und wir jetzt ganz nah an dieser tollen Sehenswürdigkeit dran sind.“ Die dazugehörige Kokerei ist auch ein Teil des Weltkulturerbes, und es lohnt sich sehr, sich bei einem Besuch auch die Kokerei anzugucken. Jährlich im Oktober findet hier außerdem der Streetfood Markt statt. Darüber werde ich nächste Woche noch einen Eintrag veröffentlichen.






Streetfood Markt

Die Margarethenhöhe ist ein wunderschöner Stadtteil Essens, mit viel Natur und mit einer ganz eigenen, besonders schmucken Architektur. 
(Wikipedia: Die 115 Hektar große, von der Margarethe Krupp-Stiftung verwaltete Siedlung gilt als Beispiel für menschenfreundliches Wohnen. Sie verfügt in 935 Gebäuden über 3092 Wohneinheiten. 50 Hektar der Siedlungsfläche sind als unbebaubares Waldland festgelegt.)
Auch wenn man dort nicht wohnt, kann man hervorragend und gemütlich Spazieren gehen oder auch mal im benachbarten Park eine Runde drehen.






Im Stadtteil Werden ist der Hauptsitz der Folkwang Universität der Künste. Werden sieht aus wie ein Dorf, ist total grün und liegt auf der Südseite des Baldeneysee. Nördlich des Sees liegt der Stadtteil Bredeney, und zusammen bilden sie die teuersten Stadtteile Essens. Auf beiden Seiten des Sees kann man gut spazieren gehen, im Süden ist es aber noch ein bisschen grüner. Am Wasser gibt es viele Cafés und Restaurants, in die man gut einkehren kann. 

Folkwang UdK, Hauptgebäude







In der Essener Innenstadt finden immer viele Veranstaltungen statt, man wird immer gut unterhalten oder bummelt durch die Einkaufsstraßen oder rund um den Limbecker Platz. 

Sonnenuntergang Stadtmitte
Für mich als Künstlerin und Fotografie-Studentin ist das Folkwang Museum ein besonderes Highlight Essens. Die Dauerausstellung ist immer kostenlos, und es gibt vier bis fünf Wechselausstellungen pro Jahr, die etwa vier Monate am Stück dort zu sehen sind. Im Untergeschoss des Museums werden im Frühjahr die Abschlussarbeiten der Masterstudenten der Folkwang UdK gezeigt, oder auch von anderen Studierenden aus anderen Städten.




Um die Philharmonie herum gibt es noch einen kleinen Stadtpark, der ein guter Treffpunkt im Sommer für Picknick und Treffen mit Freunden sein kann.

Die Villa Hügel der Krupp Familie ist heute auch ein Museum und somit öffentlich zugänglich. Es wird zwar Eintritt verlangt, aber es lohnt sich definitiv dort einmal gewesen zu sein und nicht nur Kunstwerke, sondern auch die Architektur und teilweise noch vorhandene Inneneinrichtung zu bewundern. Wenn schönes Wetter ist, kann man auch gut durch den drumherum liegenden Garten spazieren gehen.


Pförtnerhaus

Treppenaufstieg

Saal

Bibliothek

Garten

Darüber hinaus gibt es auch noch weitere, kleinere Zechen und den Stadtteil Kettwig, die ich noch erkunden werde.

STUDIUM

Ein Jahr studiere ich jetzt schon, und manchmal kann ich es immer noch nicht glauben. Das Studium lässt uns zum Glück viel Freiheit, so dass wir  ist in kleinen Schritten, neben der Uni noch eigene Projekte durchführen können. Andere Studenten würden sagen, wir studieren Teilzeit, da wir nur wenige feste Unizeiten haben, aber wir verbringen auch viel Zeit mit dem Selbststudium – mit dem Fotografieren und Filme entwickeln, mit dem Ausbelichten, Printen und der Bearbeitung der Fotos, mit der Bearbeitung und, nicht zuletzt auch damit, möglichst viele andere Künstler in Museen anzuschauen und von ihnen zu lernen. 


FAZIT

Ich liebe mein Studium, gehe sehr gerne zur Uni und ich lebe auch sehr gerne in dieser Stadt und hoffe, dass auch für euch Essen jetzt kein „schwarzes Loch“ mehr auf der Landkarte ist.


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